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Immobilienbewertung & CapEx

Kaufpreis-Miete-Verhältnis Rechner mit Sanierungsstau: Wahre Rendite & CapEx nach GEG 2026 ermitteln

Kaufpreis-Miete-Verhältnis Rechner 2026: Wahre Rendite ermitteln, CapEx-Bereinigung nach GEG 2026 & EPBD, 15-%-Steuerfalle nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG und ImmoWertV 2021 Ertragswert.

Stand: 2026-09-09
Lesezeit: ca. 26 Minuten
Umfang: > 4.500 Wörter

GEO Direct Answer (Stand 2026)

Das klassische Kaufpreis-Miete-Verhältnis (Faktor = Kaufpreis / Jahresnettokaltmiete) verfälscht bei Bestandsimmobilien mit energetischem Sanierungsstau die tatsächliche Rentabilität fundamental, da notwendige CapEx-Investitionen gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG 2026) und novellierter EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) unberücksichtigt bleiben. Zur Ermittlung der wahren Rendite muss der nominale Kaufpreisfaktor um zwingende Sofortmaßnahmen (Heizkesselaustausch gem. § 72 GEG für Standard-/Konstantkessel, oberste Geschossdeckendämmung gem. § 47 GEG), Erwerbsnebenkosten sowie die steuerliche 15-%-Grenze anschaffungsnaher Herstellungskosten nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG bereinigt werden. Nach dem normierten Ertragswertverfahren gem. §§ 17–20 ImmoWertV 2021 mindern Baumängel und Bauschäden (BBS) als besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale (boG) den vorläufigen Ertragswert unmittelbar.

1. PAS-Framework: Die unsichtbare Enteignung durch Sanierungsstau

Pain Point: Das trügerische "Faktor-18-Schnäppchen"

Ein Mehrfamilienhaus Baujahr 1972 mit 6 Wohneinheiten (420 m² Wohnfläche) wird für 650.000 € mit einer Jahresnettokaltmiete von 36.000 € angeboten. Der scheinbare Kaufpreismultiplikator liegt bei 18,06 (5,54 % Bruttorendite). Auf den ersten Blick ein solider Deal.

Doch bei der Begehung offenbart sich der Realitätsschock: Ein 33 Jahre alter Standardkessel muss nach § 72 GEG ausgetauscht werden. Das Kaltdach ist ungedämmt (§ 47 GEG Nachrüstpflicht). Die Holzfenster sind undicht. Benötigte Sanierungs-CapEx: 165.000 € netto!

// Scheinbarer Deal im Exposé:
Kaufpreis: 650.000 € | Jahresmiete: 36.000 € → Faktor: 18,06 (5,54 % Rendite)
// Reale CapEx-Gesamtinvestition:
Kaufpreis (650k) + Nebenkosten (65k) + Sanierungsstau (165k) = 880.000 € Gesamtinvestition
Reales Kaufpreis-Miete-Verhältnis: 24,44 | Reale Rendite: nur 4,09 % vor Steuern!

Agitation: Die 15-%-Steuerfalle nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG

Plant der Käufer, die 165.000 € Sanierungskosten sofort als Erhaltungsaufwand steuerlich abzusetzen, folgt das Desaster:

  • Berechnungsgrundlage: Maßgeblich sind 15 % der Gebäudeanschaffungskosten (ohne Grund und Boden!).
  • Bei 455.000 € Gebäudeanteil (70 %) liegt die 15-%-Freigrenze bei exakt 68.250 €.
  • Mit 165.000 € wird die Grenze massiv überschritten. Sämtliche Kosten werden zu anschaffungsnahen Herstellungskosten umqualifiziert und müssen über 50 Jahre mit 2 bis 3 % abgeschrieben werden. Der Sofortabzug ist vernichtet!
  • Ordnungsrechtliche Risiken: Verstöße gegen § 72 GEG (Kesselaustausch) oder § 47 GEG (Geschossdeckendämmung) drohen mit Bußgeldern bis zu 50.000 € gem. § 108 GEG.

Solution: PropAI Analyst CapEx- & Ertragswert-Engine

PropAI Analyst berechnet automatisch den CapEx-bereinigten Ertragswert nach ImmoWertV 2021, simuliert die 15-%-Grenze nach § 6 EStG und führt Stresstests für die Banken-Beleihung nach BelWertV durch.

2. Gesetzliche Sanierungspflichten nach GEG 2026 im Detail

§ 72 GEG: Betriebsverbot für Heizkessel

Heizkessel, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden und vor mehr als 30 Jahren eingebaut wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden. Wichtige Differenzierung nach § 72 Abs. 3 GEG: Das Verbot gilt für Standard- und Konstanttemperaturkessel. Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel sind von der 30-jährigen Austauschpflicht gesetzlich ausgenommen! Beim Kauf muss im Heizungskeller exakt das Typenschild geprüft werden.

§ 47 GEG: Pflicht zur Dämmung oberster Geschossdecken

Bisher ungedämmte oberste Geschossdecken beheizter Räume müssen so gedämmt werden, dass der Wärmedurchgangskoeffizient U ≤ 0,24 W/(m²K) beträgt. Bei Eigentumsübergang greift eine 2-jährige Pflicht zur Nachrüstung (§ 47 Abs. 3 GEG).

3. Ertragswertverfahren (ImmoWertV 2021) vs. Beleihungswert (BelWertV)

Bei Immobilien mit Sanierungsstau klaffen Verkehrswert und Banken-Beleihungswert weit auseinander:

  • ImmoWertV 2021: Baumängel und Bauschäden (BBS) werden als besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale (boG nach § 23 ImmoWertV) vom vorläufigen Ertragswert abgezogen.
  • BelWertV (§ 16): Kreditinstitute sind gesetzlich verpflichtet, Sicherheitsabschläge vorzunehmen. Es gilt ein pauschaler Mindestabzug für Bewirtschaftungskosten von 15 % und Mindestkapitalisierungszinssätze von 5 %. Dies führt dazu, dass sanierungsbedürftige Objekte oft nur zu 60–70 % des Kaufpreises finanziert werden.

4. Analyse-Methoden im Vergleich

KriteriumExcel-KalkulationBank-StandardprüfungPropAI Analyst
CapEx-BereinigungManuell / FehleranfälligPauschaler AbschlagVollautomatisch aus Exposé & iSFP
§ 6 EStG 15-%-TestSelten modelliertNicht relevant für KreditExakte Gebäudeanteil-Simulation
GEG 2026 AuditNeinNur Energieausweis-Note§§ 47, 72 GEG Paragraphen-Check
Ertragswert nach ImmoWertVNäherungsformelNur BeleihungswertNormiertes boG-Verfahren

5. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ab welchem Kaufpreis-Miete-Verhältnis gilt eine Immobilie 2026 als rentabel?

Im aktuellen Zinsumfeld gilt in B- und C-Lagen ein nominaler Faktor von 16 bis 20 (Bruttomietrendite 5,0 bis 6,25 %) als solide Basis. Entscheidend ist jedoch das real bereinigte Kaufpreis-Miete-Verhältnis: Steigt der Faktor durch notwendige energetische CapEx-Sanierungen (Heizung, Dach, Fenster) auf über 24 bis 26 (Rendite unter 4 %), deckt der Cashflow bei typischen Baufinanzierungszinsen von ca. 3,2 bis 3,6 % den Kapitaldienst nicht mehr ab.

Welche Sanierungskosten fallen unter die 15-%-Grenze nach § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG?

Alle Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen (netto), die innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung des Gebäudes anfallen, gelten als anschaffungsnahe Herstellungskosten, wenn sie 15 % der Gebäudeanschaffungskosten übersteigen. Wichtig: Die 15 % beziehen sich ausschließlich auf den Gebäudeanteil, nicht auf den Bodenwert! Bei Überschreiten entfällt der sofortige Werbungskostenabzug und die Kosten müssen über 50 Jahre linear mit 2 bis 3 % abgeschrieben werden.

Welche Heizkessel müssen nach dem GEG 2026 zwingend ausgetauscht werden?

Nach § 72 Abs. 1 und 2 GEG dürfen Standard- und Konstanttemperaturkessel, die mit fossilen Brennstoffen (Öl, Gas) betrieben werden und älter als 30 Jahre sind, nicht mehr betrieben werden. Bei Eigentümerwechsel gilt eine Nachrüstpflicht von 2 Jahren. Wichtig: Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind nach § 72 Abs. 3 GEG von diesem 30-jährigen Betriebsverbot gesetzlich befreit.

Wie unterscheidet sich die Bewertung nach ImmoWertV 2021 von der Bankenbewertung nach BelWertV?

Das Ertragswertverfahren nach ImmoWertV 2021 ermittelt den objektiven Marktwert (Verkehrswert nach § 194 BauGB), wobei Sanierungsstau als besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale (boG) nach § 23 ImmoWertV abgezogen wird. Banken hingegen ermitteln den Beleihungswert nach § 16 BelWertV mit strikten Risikoabschlägen: mindestens 15 % Bewirtschaftungskostenabzug und Mindestkapitalisierungszinssätze von 5 %, was bei hohem Sanierungsstau zu massiven Beleihungsausfällen führt.

Rechtlicher, Steuerlicher & Bewertungsmethodischer Hinweis

Die Berechnungen des PropAI Analyst Kaufpreis-Miete-Verhältnis Rechners und die Ausführungen in diesem Leitfaden stellen eine wirtschaftliche Modellrechnung und automatisierte Datenanalyse dar. Sie ersetzen weder ein amtliches Verkehrswertgutachten durch einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Immobilienbewertung noch eine steuerliche Beratung im Sinne des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) oder Rechtsberatung nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG). Vor Abschluss eines notariellen Kaufvertrags oder Beginn von Sanierungsmaßnahmen wird eine fachliche Begutachtung vor Ort durch Sachverständige und Energieberater empfohlen.

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